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Estriol

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Estriol ist eine verschreibungspflichtige Vaginalcreme für Frauen mit Beschwerden durch einen lokalen Östrogenmangel. Sie wird vor allem bei trockener, gereizter oder empfindlicher Vaginalschleimhaut eingesetzt. Der Wirkstoff unterstützt die Regeneration und verbessert die Befeuchtung des Gewebes im Intimbereich.

Beschreibung

Estriol ist eine verschreibungspflichtige Vaginalcreme mit 0,01 % Estriol zur lokalen Behandlung von Beschwerden durch Östrogenmangel. Sie richtet sich vor allem an Frauen mit trockener, gereizter oder empfindlicher Vaginalschleimhaut. Der Wirkstoff unterstützt die Regeneration und Befeuchtung des Gewebes im Intimbereich.

Zusammensetzung

Die Vaginalcreme enthält Estriol in einer Konzentration von 0,01 % (m/m). Sie wird mit einem Applikator angewendet. Die Dosierung ist auf der Packung angegeben; beachten Sie die Packungsbeilage.

Dosierung und Anwendung

Estriol liegt als Creme in einer Tube mit Applikator vor. Die Creme wird vaginal eingebracht, damit der Wirkstoff direkten Kontakt zur betroffenen Schleimhaut erhält. Der Applikator ermöglicht eine gleichmäßige Anwendung der verordneten Menge.

Die konkrete Dosierung, Anwendungshäufigkeit und Behandlungsdauer legt die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt fest. Häufig beginnt eine lokale Östrogentherapie mit einer intensiveren Anfangsphase und wird später in einem Erhaltungsrhythmus fortgeführt. Eigenmächtiges Erhöhen der Menge beschleunigt die Schleimhautregeneration nicht.

Für die Anwendung gelten diese Schritte:

  1. Hände vor und nach der Anwendung waschen.
  2. Den Applikator mit der verordneten Crememenge füllen.
  3. Die Creme behutsam vaginal einführen und den Applikator langsam entleeren.
  4. Den Applikator nach den vorgesehenen Hygieneregeln reinigen.
  5. Die nächste Anwendung im gewohnten Rhythmus fortsetzen.
Praktischer Hinweis: Schmerzen beim Einführen sind kein Zeichen dafür, dass mehr Druck nötig ist. Bei starker Trockenheit hilft langsames Einführen; bei anhaltenden Schmerzen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Wie es funktioniert

Estriol bindet an Östrogenrezeptoren in den Zellen der Vaginalschleimhaut. Rezeptoren sind Andockstellen, über die Hormone biologische Signale auslösen. Nach der Bindung wird die Zellreifung der Schleimhaut unterstützt, und das Gewebe kann wieder besser durchblutet, elastischer und feuchter werden.

Bei vaginaler Anwendung steht die lokale Wirkung im Vordergrund. Das unterscheidet diese Behandlungsform von einer systemischen Hormontherapie, bei der Hormone als Tabletten, Pflaster oder Gel im gesamten Körper wirken sollen. Eine lokale Creme kann Beschwerden im Intimbereich gezielt adressieren, behandelt aber keine Hitzewallungen oder Schlafstörungen der Wechseljahre.

Indikationen

Die lokale Estriol-Behandlung wird bei Beschwerden eingesetzt, die mit einer Rückbildung der Vaginalschleimhaut zusammenhängen. Medizinisch wird dieser Zustand als vulvovaginale Atrophie bezeichnet; heute ist auch der Begriff genitourinäres Menopausensyndrom gebräuchlich.

Typische Beschwerden sind:

  • vaginale Trockenheit und Brennen;
  • Juckreiz oder Reizung im Scheidenbereich;
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch verminderte Befeuchtung;
  • kleine Schleimhautverletzungen nach Reibung;
  • wiederkehrendes Brennen beim Wasserlassen ohne gesicherte bakterielle Ursache;
  • ein Druck- oder Wundgefühl im äußeren Intimbereich.

Estriol fördert den Aufbau einer widerstandsfähigeren Vaginalschleimhaut. Das Gewebe kann Feuchtigkeit besser halten und reagiert weniger empfindlich auf Reibung. Die Leitlinie des National Institute for Health and Care Excellence nennt lokale vaginale Östrogene als Behandlungsoption bei urogenitalen Beschwerden in den Wechseljahren. [1]

Eine Besserung tritt nicht immer sofort ein. Brennen kann in den ersten Tagen noch bestehen, weil gereiztes Gewebe Zeit zur Regeneration braucht.

Vergleich

Estriol und Estradiol im Vergleich

Estriol und Estradiol sind beide natürliche Östrogene, unterscheiden sich aber in ihrer Rezeptorwirkung und ihrer therapeutischen Rolle. Estradiol ist das stärkere Östrogen des reproduktiven Lebensalters. Estriol wirkt schwächer und wird häufig lokal bei Beschwerden der Vaginalschleimhaut verwendet.

Merkmal Estriol Estradiol
Hormonklasse Natürliches Östrogen Natürliches Östrogen
Typischer Einsatz Lokale Beschwerden durch Schleimhautatrophie Lokale oder systemische Hormontherapie
Östrogene Wirkung Geringer Stärker

Für lokale Trockenheit, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kann Estriol eine passende Option sein. Bei ausgeprägten allgemeinen Wechseljahresbeschwerden kann eine ärztliche Beurteilung andere Behandlungswege einbeziehen. Die North American Menopause Society beschreibt lokale Östrogene als wirksame Therapieoption bei Beschwerden des genitourinären Menopausensyndroms. [2]

Kontraindikationen

Estriol ist nicht für Sie geeignet, wenn Sie eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Estriol oder einen Bestandteil der Creme haben. Auch bei ungeklärten vaginalen Blutungen darf die Behandlung nicht ohne ärztliche Abklärung begonnen oder fortgesetzt werden.

Besondere Vorsicht oder eine individuelle ärztliche Entscheidung ist erforderlich bei:

  • bestehendem, vermutetem oder früherem östrogenabhängigem Krebs;
  • früheren Blutgerinnseln, Schlaganfall oder Herzinfarkt;
  • unbehandelter Endometriumhyperplasie, also einer Verdickung der Gebärmutterschleimhaut;
  • schwerer Lebererkrankung;
  • Porphyrie;
  • Schwangerschaft oder Stillzeit.

Bei lokaler Anwendung sind Wechselwirkungen weniger wahrscheinlich als bei systemischer Hormontherapie. Trotzdem sollten alle verwendeten Arzneimittel angegeben werden, vor allem andere Hormonpräparate, Medikamente gegen Epilepsie, bestimmte Antibiotika oder pflanzliche Präparate mit Johanniskraut. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte führt für estriolhaltige Vaginalpräparate entsprechende Warnhinweise und Gegenanzeigen auf. [3]

Wann dies nicht für Sie geeignet ist

Die Behandlung sollte nicht ohne ärztliche Abklärung begonnen oder fortgesetzt werden, wenn Sie ungeklärte vaginale Blutungen haben. Sprechen Sie vor der Anwendung mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn bei Ihnen östrogenabhängiger Krebs, frühere Blutgerinnsel, ein Schlaganfall oder Herzinfarkt, eine schwere Lebererkrankung oder Porphyrie bekannt sind. Auch in der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei einer Allergie gegen Estriol oder einen Bestandteil der Creme ist eine individuelle medizinische Entscheidung erforderlich. Teilen Sie außerdem alle anderen Arzneimittel und pflanzlichen Präparate mit, die Sie verwenden.

Nebenwirkungen

Lokales Estriol wird häufig gut vertragen. Zu Beginn können dennoch Beschwerden auftreten, die dem ursprünglichen Problem ähneln oder durch die empfindliche Schleimhaut verstärkt wahrgenommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • leichtes Brennen, Jucken oder Wärmegefühl nach dem Einführen;
  • vorübergehende lokale Reizung;
  • vermehrter vaginaler Ausfluss;
  • Druck- oder Spannungsgefühl im Unterbauch;
  • Brustspannen oder Kopfschmerzen;
  • selten Hautreaktionen oder Überempfindlichkeit.

Eine geringe lokale Reizung kann abklingen, wenn sich die Schleimhaut erholt. Blutungen nach den Wechseljahren, neu auftretende starke Unterbauchschmerzen, Atemnot, Gesichtsschwellungen oder eine ausgeprägte allergische Reaktion müssen zeitnah medizinisch beurteilt werden.

Praktischer Hinweis: Bei einer vergessenen Anwendung wird nicht die doppelte Menge verwendet. Die Behandlung wird mit der nächsten vorgesehenen Anwendung fortgesetzt.

Häufige Fehler

  • Die Creme wird nur bei akuten Beschwerden verwendet und dann lange pausiert. Dadurch kann die Schleimhaut keine stabile Regeneration erreichen.
  • Es wird mehr Creme angewendet als verordnet. Mehr ist bei lokaler Hormontherapie nicht automatisch besser.
  • Brennen wird sofort als Unverträglichkeit bewertet, obwohl die Schleimhaut bereits vor der Behandlung gereizt war.
  • Vaginale Blutungen werden als harmlose Nebenwirkung abgetan. Blutungen nach den Wechseljahren gehören abgeklärt.
  • Eine wiederkehrende Infektion wird vermutet, obwohl Trockenheit und Schleimhautatrophie die eigentliche Ursache sein können.
Praktischer Hinweis: Ein kurzer Eintrag im Kalender hilft, den vorgesehenen Anwendungsrhythmus einzuhalten. Das ist nützlicher als eine Erinnerung erst dann, wenn Beschwerden wieder deutlich werden.

Was Ärzte sagen

In der gynäkologischen Praxis wird lokale Estriol-Therapie häufig dann erwogen, wenn Trockenheit, Brennen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr die Lebensqualität beeinträchtigen. Ärztinnen und Ärzte achten dabei auf die Ursache der Beschwerden: Eine Pilzinfektion, bakterielle Vaginose, Hauterkrankung oder ein Harnwegsinfekt kann ähnliche Symptome auslösen, braucht aber eine andere Behandlung.

Die WHO ordnet die Wechseljahre als natürliche Lebensphase ein und betont, dass Symptome individuell sehr unterschiedlich ausfallen können. [4]

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell kann Estriol bei vaginaler Trockenheit helfen?

Eine erste Erleichterung kann innerhalb von Tagen auftreten, wenn sich die Befeuchtung verbessert. Die Regeneration der Vaginalschleimhaut braucht oft mehrere Wochen regelmäßiger Anwendung. Die NICE-Leitlinie von 2024 beschreibt lokale Östrogene als Therapie für anhaltende urogenitale Beschwerden in den Wechseljahren. Bei ausbleibender Besserung sollte die Ursache erneut ärztlich geprüft werden.

Kann Estriol auch bei Beschwerden beim Wasserlassen helfen?

Östrogenmangel kann die Schleimhaut von Vagina und Harnröhre beeinflussen. Lokales Estriol kann trockenheitsbedingtes Brennen oder Reizgefühle lindern, wenn diese mit Schleimhautatrophie zusammenhängen. Eine bakterielle Harnwegsinfektion wird dadurch nicht behandelt. Die WHO führte 2022 urogenitale Beschwerden als möglichen Bestandteil menopausaler Veränderungen auf.

Ist Estriol eine Behandlung gegen Hitzewallungen?

Die Creme ist für lokale Beschwerden im Vaginalbereich vorgesehen. Hitzewallungen, Schlafstörungen oder starke Stimmungsschwankungen werden durch eine lokale Vaginalcreme meist nicht ausreichend beeinflusst. Die EMA unterscheidet in ihrer Leitlinie von 2018 zwischen lokaler und systemischer Behandlung von Östrogenmangelbeschwerden. Bei allgemeinen Wechseljahressymptomen ist eine ärztliche Therapieplanung sinnvoll.

Was passiert bei einer vergessenen Anwendung?

Die doppelte Menge sollte nicht verwendet werden. Die nächste Anwendung erfolgt zum vorgesehenen Zeitpunkt im verordneten Rhythmus. Ein einzelnes Auslassen führt nicht zwangsläufig zum Verlust des Behandlungserfolgs. Regelmäßigkeit über Wochen ist aussagekräftiger als eine einzelne vergessene Anwendung. Das BfArM erläutert dieses Vorgehen in einer Gebrauchsinformation von 2023.

Darf Estriol bei Blutungen nach den Wechseljahren angewendet werden?

Ungeklärte vaginale Blutungen nach den Wechseljahren müssen vor Beginn oder Fortsetzung einer Hormonbehandlung untersucht werden. Solche Blutungen können viele Ursachen haben und gehören nicht zur Selbstbehandlung. Das BfArM nennt ungeklärte genitale Blutungen als relevante Gegenanzeige für estriolhaltige Vaginalpräparate (2023). Bis zur medizinischen Klärung sollte keine weitere Anwendung erfolgen.

Kann Estriol zusammen mit einer systemischen Hormontherapie verwendet werden?

Manche Frauen erhalten bei lokalen Beschwerden zusätzlich zu einer systemischen Therapie ein vaginales Östrogen. Ob das passend ist, hängt von Beschwerden, Vorerkrankungen und der bereits verwendeten Hormonbehandlung ab. Die North American Menopause Society behandelte diese Kombination 2020 als individuell zu beurteilende therapeutische Möglichkeit. Eine eigenständige Kombination verschiedener Hormonpräparate ist nicht ratsam.

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Estriol: Bewertungen und Erfahrungen

4.2
Basierend auf 4 Bewertungen
Karin, 61 Köln Anwendung seit sechs Wochen Anwendung
Verifiziert
Bewertung: 4.5 von 5

Das Brennen beim Wasserlassen hatte nach etwa zwei Wochen deutlich nachgelassen. Am Anfang war das Einführen mit dem Applikator ungewohnt, danach wurde es schnell Routine.

15 Aug 2026
Sabine, 58 Leipzig Anwendung seit zwei Monate Anwendung
Verifiziert
Bewertung: 4.2 von 5

Die Trockenheit beim Geschlechtsverkehr wurde besser, aber nicht sofort. In der ersten Woche hatte ich kurz ein leichtes Wärmegefühl, das später nicht mehr auftrat.

23 Aug 2026
Monika, 64 Hamburg Anwendung seit vier Wochen Anwendung
Verifiziert
Bewertung: 3.5 von 5

Bei mir war die Wirkung gut, aber ich hatte einmal eine leichte Schmierblutung. Das wurde zeitnah abgeklärt und die weitere Behandlung angepasst.

1 Sep 2026
Heike, 55 München Anwendung seit sieben Wochen Anwendung
Verifiziert
Bewertung: 4.5 von 5

Ich hatte vorher ständig das Gefühl einer Reizung. Nach einigen Wochen war die Schleimhaut weniger empfindlich. Ich musste mich nur daran gewöhnen, die Anwendung regelmäßig einzuplanen.

10 Sep 2026

Quellen

  1. NICE (2024). Menopause: diagnosis and management (NG23).
  2. The North American Menopause Society (2020). The 2020 genitourinary syndrome of menopause position statement.
  3. BfArM (2023). Gebrauchsinformation (PIL) — estriolhaltiges Vaginalpräparat.
  4. WHO (2022). Menopause.
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