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Unisom

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Unisom ist ein rezeptfreies Schlafmittel für Erwachsene mit gelegentlichen Einschlafproblemen. Sein Wirkstoff Doxylaminsuccinat gehört zu den sedierenden Antihistaminika und erleichtert das Einschlafen, indem er Histamin-H1-Rezeptoren im Gehirn blockiert.

Beschreibung

Unisom ist ein rezeptfreies Schlafmittel mit dem sedierenden Antihistaminikum Doxylaminsuccinat für Erwachsene mit gelegentlichen Einschlafproblemen. Die Tabletten fördern Müdigkeit über eine Blockade von Histamin-H1-Rezeptoren im Gehirn und sind für eine kurzfristige Anwendung vor dem Schlafengehen gedacht.

Zusammensetzung

Unisom wird als Tablette zum Einnehmen angeboten. Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Doxylaminsuccinat, ein sedierendes H1-Antihistaminikum. Die Tablette wird unzerkaut mit Wasser eingenommen.

Die feste Tablettenform erlaubt eine einfache, einmalige Einnahme am Abend. Sie sollte nicht geteilt, zerkleinert oder zusammen mit anderen Präparaten eingenommen werden, die ebenfalls Doxylamin enthalten. Eine doppelte Wirkstoffzufuhr erhöht nicht die Schlafqualität, aber das Risiko für starke Benommenheit und anticholinerge Nebenwirkungen.

Kombinieren Sie Unisom nicht mit Erkältungs- oder Allergiemitteln, ohne die Wirkstoffe zu prüfen. Einige Kombinationspräparate enthalten bereits sedierende Antihistaminika.

Dosierung und Anwendung

Unisom ist für Erwachsene mit gelegentlicher Schlaflosigkeit bestimmt. Die Einnahme erfolgt oral kurz vor der geplanten Nachtruhe und nur dann, wenn ausreichend Zeit zum Schlafen vorhanden ist. Die vorgesehene Einzeldosis sollte nicht überschritten werden.

Für die Anwendung sind diese Punkte entscheidend:

  • Nehmen Sie Unisom erst ein, wenn Sie keine Aktivitäten mehr planen, die Aufmerksamkeit oder Reaktionsfähigkeit verlangen.
  • Vermeiden Sie die Einnahme am späten Abend, wenn der Wecker am nächsten Morgen früh gestellt ist.
  • Nehmen Sie keine zusätzliche Tablette ein, wenn der Schlaf nicht sofort eintritt.
  • Lassen Sie eine vergessene Einnahme aus, statt sie nachts oder am folgenden Tag nachzuholen.
  • Nutzen Sie Unisom nur kurzzeitig bei gelegentlichen Beschwerden.

Der Wirkungseintritt ist individuell. Eine reichhaltige Mahlzeit unmittelbar vor der Einnahme kann den Beginn der Wirkung verzögern. Die Reaktion fällt von Person zu Person unterschiedlich aus. Bei anhaltender Benommenheit am nächsten Morgen sollte die Anwendung beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden. Fahren, Radfahren, Maschinenbedienen und andere Tätigkeiten mit hohem Konzentrationsbedarf gehören erst wieder auf den Plan, wenn keine Benommenheit mehr besteht.

Ein häufiger Fehler ist die Einnahme direkt vor einem langen Abend am Bildschirm. Das Licht und die geistige Aktivierung können dem gewünschten Müdigkeitseffekt entgegenwirken.

Wie es funktioniert

Doxylaminsuccinat blockiert Histamin-H1-Rezeptoren im Gehirn. Histamin ist nicht nur an allergischen Reaktionen beteiligt, sondern unterstützt auch Wachheit und Aufmerksamkeit. Wird dieses Signal gedämpft, nimmt die Einschlafbereitschaft zu.

Der Wirkstoff besitzt zusätzlich anticholinerge Eigenschaften. Das bedeutet, dass er bestimmte Nervenimpulse über den Botenstoff Acetylcholin abschwächt. Daraus erklären sich typische Begleiterscheinungen wie trockener Mund, Verstopfung, verschwommenes Sehen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen.

Die EMA beschreibt bei Arzneimitteln gegen Insomnie, dass die Auswahl immer Wirkmechanismus, Tagesbeeinträchtigung und Dauer der Beschwerden berücksichtigen sollte [2].

Indikationen

Unisom gehört zur Gruppe der sedierenden Antihistaminika der ersten Generation. Doxylaminsuccinat wurde ursprünglich wegen seiner antiallergischen Wirkung eingesetzt; weil der Wirkstoff ins zentrale Nervensystem gelangt, kann er auch deutlich schläfrig machen. Genau dieser Effekt wird bei vorübergehender Schlaflosigkeit genutzt.

Gelegentliche Schlaflosigkeit bedeutet meist: Einige Nächte sind durch Stress, einen verschobenen Tagesrhythmus, ungewohnte Umgebung oder akute Belastungen beeinträchtigt. Unisom kann das Einschlafen erleichtern, ersetzt aber keine Abklärung, wenn die Schlafprobleme dauerhaft bestehen, tagsüber stark belasten oder mit Atemaussetzern, ausgeprägter Unruhe oder depressiver Stimmung verbunden sind. Die WHO führt chronische Insomnie als eigenständige Schlaf-Wach-Störung, bei der Auslöser und Behandlung gezielt geprüft werden sollten [1].

Planen Sie nach der Einnahme ausreichend Schlafzeit ein. Wer nachts nur wenige Stunden schlafen kann, spürt die dämpfende Wirkung am nächsten Morgen häufiger.

Vergleich

Unisom kann bei kurzfristiger Anwendung eine praktische Option sein, wenn das Hauptproblem das Einschlafen an einzelnen Abenden ist. Doxylamin verursacht keine typische Benzodiazepin-Abhängigkeit. Trotzdem kann die Wirkung bei wiederholter Einnahme nachlassen, und eine dauerhafte Selbstbehandlung verschleiert manchmal die Ursache der Schlafstörung.

Ansatz Wirkprinzip Typische Einordnung
Unisom mit Doxylaminsuccinat Sedierendes H1-Antihistaminikum Gelegentliche, kurzfristige Einschlafprobleme
Melatonin Steuerung zirkadianer Signale Verschobener Schlafrhythmus, etwa nach Zeitumstellung
Verschreibungspflichtige Hypnotika Verstärkung dämpfender Nervensignale Ausgewählte Fälle nach ärztlicher Beurteilung

Melatonin macht nicht bei jedem Menschen unmittelbar schläfrig. Es ist stärker auf den biologischen Rhythmus ausgerichtet. Verschreibungspflichtige Schlafmittel können wirksam sein, bringen aber je nach Wirkstoff ein höheres Risiko für Stürze, Gedächtnislücken, Abhängigkeit oder Entzugssymptome mit sich.

Doxylamin passt nicht zu jeder Form von Schlaflosigkeit. Wer zwar rasch einschläft, aber wiederholt früh erwacht, laut schnarcht oder nachts nach Luft ringt, braucht eine andere medizinische Einordnung als eine bloße Einschlafhilfe.

Kontraindikationen

Unisom ist nicht für Sie geeignet, wenn Sie:

  • gegen Doxylamin oder andere Bestandteile überempfindlich sind;
  • an Engwinkelglaukom leiden;
  • eine vergrößerte Prostata mit Restharn oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben;
  • schwere Atemprobleme während des Schlafs, etwa unbehandelte Schlafapnoe, vermuten oder kennen;
  • gleichzeitig Alkohol, Opioide, Beruhigungsmittel, andere Schlafmittel oder weitere sedierende Antihistaminika anwenden;
  • schwanger sind oder stillen, ohne die Anwendung ärztlich abklären zu lassen;
  • wegen Alter, Demenz, Gleichgewichtsstörungen oder Sturzrisiko besonders empfindlich auf beruhigende Arzneimittel reagieren.

Alkohol verstärkt die dämpfende Wirkung unvorhersehbar. Auch Hustenmittel, Mittel gegen Reiseübelkeit, Muskelrelaxanzien, bestimmte Antidepressiva und starke Schmerzmittel können Müdigkeit, Verwirrtheit oder Atemdämpfung verstärken.

Wann dies nicht für Sie geeignet ist

Unisom ist möglicherweise nicht passend, wenn Sie an erhöhtem Augeninnendruck, einer vergrößerten Prostata oder Atemaussetzern im Schlaf leiden. Auch bei Schwangerschaft oder Stillzeit, höherem Sturzrisiko sowie gleichzeitiger Einnahme von Alkohol, Opioiden, Beruhigungs- oder anderen Schlafmitteln sollten Sie die Anwendung ärztlich abklären lassen.

Nebenwirkungen

Müdigkeit am nächsten Tag ist die häufigste praktische Einschränkung. Hinzu kommen trockener Mund, Schwindel, Verstopfung, verschwommenes Sehen und verlangsamte Reaktionen. Manche Menschen fühlen sich nach dem Aufwachen nicht nur müde, sondern regelrecht benebelt.

Bei älteren Menschen sind Verwirrtheit, Stürze und Kreislaufprobleme relevanter. Anticholinerge Arzneimittel können außerdem Beschwerden beim Wasserlassen verstärken. Die American Academy of Sleep Medicine rät bei chronischer Insomnie von frei verfügbaren Antihistaminika als Dauerstrategie ab, weil der Nutzen begrenzt und die Belastung durch Nebenwirkungen klinisch bedeutsam sein kann [3].

Trockener Mund lässt sich nachts oft mit Wasser am Bett besser handhaben als mit zuckerhaltigen Bonbons. Diese fördern Karies, wenn danach keine Zahnpflege mehr erfolgt.

Häufige Fehler

Häufige Anwendungsfehler sind:

  • Einnahme zusammen mit Alkohol, weil beides müde macht;
  • Kombination mit Erkältungspräparaten oder anderen Antihistaminika;
  • wiederholte Einnahme über viele Nächte ohne Prüfung der Ursache;
  • Nutzung bei zu kurzer geplanter Schlafdauer;
  • Autofahren trotz morgendlicher Benommenheit;
  • Verdopplung der Dosis nach einer unruhigen Nacht.

Was Ärzte sagen

In der Praxis wird Doxylamin eher für kurze Phasen eingesetzt als für einen dauerhaften Schlafplan. Ärztinnen und Ärzte achten zuerst darauf, ob die Schlaflosigkeit durch Schmerzen, Depressionen, Angst, Schilddrüsenerkrankungen, Reflux, Medikamente oder schlafbezogene Atmungsstörungen ausgelöst wird. Wer länger als etwa zwei Wochen regelmäßig eine Einschlafhilfe benötigt, sollte die Ursache strukturiert abklären lassen.

Ein weiterer Punkt ist die Erwartung: Unisom kann Müdigkeit fördern, aber es erzeugt keinen natürlichen Schlafrhythmus. Es löst auch nicht automatisch nächtliches Grübeln, Schichtarbeitsprobleme oder wiederkehrendes frühes Erwachen. Für anhaltende Insomnie gilt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie als bevorzugter Behandlungsansatz, bevor Medikamente über längere Zeit eingesetzt werden [4].

Häufig gestellte Fragen

Macht Unisom abhängig?

Doxylamin verursacht nicht die für Benzodiazepine typische körperliche Abhängigkeit mit ausgeprägtem Entzugssyndrom. Bei häufiger Nutzung kann sich dennoch eine Gewöhnung entwickeln, sodass die einschläfernde Wirkung schwächer wahrgenommen wird. Die WHO betont seit der ICD-11-Veröffentlichung 2022, dass anhaltende Schlafstörungen eigenständig behandelt werden sollten und nicht allein durch wiederholte Selbstmedikation. Unisom ist daher für gelegentliche, kurze Phasen vorgesehen.

Wie lange hält die Wirkung von Unisom an?

Die beruhigende Wirkung kann über die Nacht hinausreichen. Wie deutlich sie am Morgen spürbar bleibt, hängt unter anderem von Alter, Stoffwechsel, Schlafdauer, anderen Arzneimitteln und Alkohol ab. Die BfArM-Arzneimittelinformationen von 2024 zu sedierenden Antihistaminika weisen auf eine Beeinträchtigung von Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit hin. Wer nach dem Aufwachen benommen ist, sollte nicht fahren oder Maschinen bedienen.

Darf Unisom mit Alkohol eingenommen werden?

Eine gleichzeitige Einnahme ist nicht sicher. Alkohol und Doxylamin dämpfen beide das zentrale Nervensystem, wodurch Schwindel, Verwirrtheit, Stürze und eine stärkere Reaktionsverlangsamung wahrscheinlicher werden. Die EMA führt seit 2017 Alkohol als relevanten Verstärker der Sedierung bei zentral dämpfenden Arzneimitteln auf. Diese Kombination sollte vollständig vermieden werden.

Kann Unisom mit anderen Medikamenten kombiniert werden?

Das hängt von den anderen Wirkstoffen ab. Besondere Vorsicht gilt bei Opioiden, Beruhigungsmitteln, weiteren Schlafmitteln, bestimmten Antidepressiva, Mitteln gegen Reiseübelkeit und antiallergischen Präparaten mit sedierender Wirkung. Die FDA nennt in ihrer Arzneimittelinformation von 2024 bei frei verkäuflichen Schlafhilfen mit Antihistaminika die gleichzeitige Anwendung anderer dämpfender Mittel als wichtigen Risikofaktor. Eine Kombination mit einem weiteren Doxylamin-Präparat ist zu vermeiden.

Was ist bei einer versehentlichen Überdosierung zu tun?

Eine Überdosierung kann starke Schläfrigkeit, Unruhe, Verwirrtheit, Herzrasen, Sehstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen auslösen. Nehmen Sie keine weitere Dosis ein und holen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung unverzüglich medizinische Hilfe über den Giftnotruf oder den Notruf. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beschreibt in seinen Informationen von 2024 bei anticholinerg wirkenden Arzneimitteln schwere zentralnervöse und kardiale Symptome als mögliche Folgen einer Überdosierung. Bei Kindern kann bereits eine kleine Menge gefährlich sein.

Wann sollten Schlafprobleme abgeklärt werden?

Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn Einschlafprobleme länger als zwei Wochen häufig auftreten, sich tagsüber Konzentration, Stimmung oder Leistungsfähigkeit deutlich verschlechtern oder lautes Schnarchen und Atempausen dazukommen. Die Leitlinie der American Academy of Sleep Medicine von 2017 rückt bei chronischer Insomnie Ursachenklärung und Verhaltenstherapie in den Vordergrund. Auch neu begonnene Medikamente, Schmerzen oder psychische Belastungen können den Schlaf verändern. Unisom bleibt für gelegentliche Beschwerden gedacht.

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Vergleich

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Unisom: Bewertungen und Erfahrungen

3.6
Basierend auf 4 Bewertungen
Markus, 41 Hamburg Anwendung seit sechs einzelne Anwendungen
Verifiziert
Bewertung: 3.5 von 5

Ich nahm Unisom an Abenden vor wichtigen Terminen, wenn ich nach Stress nicht abschalten konnte. Das Einschlafen ging leichter, aber beim ersten Mal war ich morgens deutlich langsamer als erwartet.

13 Sep 2026
Sophie, 34 Köln Anwendung seit vier Nächte innerhalb eines Monats
Verifiziert
Bewertung: 4.5 von 5

Nach einer späten Arbeitsphase lag ich oft lange wach. Die Tablette half mir, wieder in einen normalen Rhythmus zu kommen, und ich nahm sie nicht an normalen Abenden.

4 Sep 2026
Andreas, 58 Leipzig Anwendung seit drei Anwendungen
Verifiziert
Bewertung: 3 von 5

Der Schlaf kam schneller, aber mein Mund war sehr trocken. Ich merkte auch, dass ich am Morgen keine längere Autofahrt hätte machen sollen.

15 Aug 2026
Katharina, 46 München Anwendung seit eine Woche
Verifiziert
Bewertung: 3.5 von 5

Für einzelne Nächte war es hilfreich. Nach mehreren Abenden hintereinander ließ die Wirkung nach, deshalb sprach ich wegen meiner dauernden Schlafprobleme weiter über mögliche Ursachen.

24 Aug 2026

Quellen

  1. WHO (2022). International Classification of Diseases 11th Revision: Sleep-wake disorders.
  2. EMA (2017). Guideline on clinical investigation of medicinal products for the treatment of insomnia.
  3. American Academy of Sleep Medicine (2017). Clinical Practice Guideline for the Pharmacologic Treatment of Chronic Insomnia in Adults.
  4. American Academy of Sleep Medicine (2021). Behavioral and psychological treatments for chronic insomnia disorder in adults: Clinical practice guideline.
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